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Häufige Fragen zu Pyrodomo Kaminkassetten

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21) Brennraumauskleidung: Skamol, Vermiculit(e) oder Guß

Frage:

Was ist Vermiculit, was ist Skamol ?

Antwort:

Skamol ist der Name einer dänischen Firma (www.skamol.dk), die unter anderem Dämmmaterialien aus Vermiculit (englisch: Vermiculite) herstellt. Das heißt, »Skamolplatten« sind Dämmplatten aus Vermiculit.
(weitere Details siehe Kaminkassetten – Lexikon).

Welche Vor- und Nachteile haben die hellen Vermiculitplatten bzw. die dunklen Gussplatten ?

Die Entscheidung für Vermiculitplatten kann z.B. dann sinnvoll sein, wenn man aus optischen Gründen Wert auf einen hellen Brennraum legt.

Bruchsicherheit: Vermiculitplatten können brechen, wenn man mit einem Holzscheit oder dem Kaminbesteck kräftig dagegen stößt. Aus diesem Grund ist Vermiculit von der Garantie ausgenommen. Die Platten sind aber jederzeit problemlos austauschbar.

Verrußung: Eine Brennraumauskleidung ist naturgemäß immer einer mehr oder weniger starken Verrußung ausgesetzt. Bei hinreichend hohen Temperaturen brennt der Ruß wieder weg. Das funktioniert z.B. bei Kaminöfen, die meistens über einen relativ kleinen Brennraum verfügen, sehr gut, da sich hier im gesamten Brennraum die dafür notwendige sehr hohe Temperatur entwickeln kann. Bei kleinen Heizkassetten funktioniert dies ebenfalls. Je größer aber der Brennraum wird, desto eher gibt es Bereiche, die nicht heiß genug werden und deshalb verrußen. Unter anderem aus diesem Grund werden bei größeren Heizkassetten oft Gussplatten gewählt. Eine Heizkassette mittlerer Größe hat folgende Maße: Breite = ca. 70 – 75 cm, Höhe und Tiefe je ca. 50 cm.

Heizleistung: Bei einer Brennraumauskleidung aus Guss wird aufgrund der hohen Wärmeleitfähigkeit des Materials die im Konvektionsmantel (Kammer zwischen innerer und äußerer Wand der Kassette) befindliche zu erwärmende Raumluft vorwiegend im Bereich der Rück- und Seitenwände erhitzt. Die geringe Wärmeleitfähigkeit der Vermiculitplatten ermöglicht dagegen die Entwicklung von höheren Verbrennungstemperaturen. Deshalb findet die Erwärmung verstärkt im Bereich der an der Oberseite der Kassette vorhandenen Rohre statt. Je tiefer und niedriger ein Brennraum ist, desto vorteilhafter wirken sich die Eigenschaften von Vermiculitplatten auf die Heizleistung aus. Bei geringer Tiefe und/oder großer Gesamtfläche der Rück- und Seitenwände kann dagegen mit Gussplatten eine etwas höhere Heizleistung erzielt werden.

Eine generelle Empfehlung für Vermiculit- oder Gussplatten ist unserer Meinung nach deshalb sinnlos, weil sie die offensichtliche Tatsache nicht berücksichtigt, dass die im konkreten Einzelfall optimale Brennraum-auskleidung in Abhängigkeit von der jeweiligen Form und Größe des Brennraumes ausgewählt werden muss. Hierzu ein Beispiel: eine beträchtliche Anzahl von Offenen Kaminen verfügt über eine schräg in den Feuerraum geneigte Rückwand. Hierdurch werden bei der entsprechenden Kaminkassette die oben angebrachten Wärmetauscherrohre kürzer, während gleichzeitig die Gesamtfläche der Rückwand größer wird. Die relativ kürzeren Rohre lassen nur noch einen begrenzten Wärmeaustausch zu. Umso wichtiger ist nunmehr ein möglichst effektiver Wärmeaustausch im Bereich der Rückwand. Dieser wird durch isolierende Vermiculit-Platten massiv behindert, aber durch wärmeleitende Gussplatten optimal ermöglicht.
Darüber hinaus ist bei schrägen Rückwänden die Gefahr größer, mit einem schweren Holzscheit oder dem Schürhaken gegen die Rückwand zu »knallen«. Während stoßempfindliche Vermiculitplatten hierbei zerbrechen können, erweisen sich Gussplatten diesbezüglich als so gut wie unzerstörbar. In diesem Beispiel liegt die optimale Brennraumauskleidung auf der Hand. Sie ist aber eben nicht allgemeingültig für alle Formen und Größen von Kaminkassetten.

Gussplatten in der Kritik !

Von Seiten des Wettbewerbs wird kritisiert, dass Gussplatten die Wärme direkt in die Rück- und Seitenwände der Kaminkassette weiterleiten. Dadurch würde auch die Außenwand der Kaminkassette deutlich wärmer und es ginge Wärme in das vorhandene Mauerwerk verloren.

Hierzu stellen wir unsere Meinung gegenüber: die Weiterleitung der Wärme ist ja gerade gewollt. Denn nur dann kann der Konvektionsmantel, der dadurch entsteht, dass Rück- und Seitenwände doppelwandig ausgeführt sind, seinen Zweck erfüllen, der darin besteht, die durchströmende Raumluft zu erwärmen. Liegt eine gute Isolierung des Mauerwerks vor, wie es bei Außenwänden meist der Fall ist, kann ohnehin nur unwesentlich Wärme an dieses abgegeben werden. Außerdem besteht die Möglichkeit, vor Einbau der Kaminkassette die Rückwand des Offenen Kamins zusätzlich zu dämmen. Wenn es sich dagegen um eine Innenwand handelt, kann die im Mauerwerk gespeicherte Wärme sogar über einen längeren Zeitraum an den Wohnbereich zurückgestrahlt werden. Genau das ist übrigens die Intention beim Bau eines Kachelofens. Auffallend ist für uns die Tatsache, dass Gussplatten ausgerechnet von den Anbietern kritisiert werden, die nur die kostengünstigeren Vermiculit-Platten anbieten.

Welche Brennraumauskleidung eignet sich besser zur Wärmespeicherung ?

Damit ein Material viel Wärme speichern kann, muss es über eine hohe Dichte und eine sehr gute Wärmeleitfähigkeit verfügen. Beides ist bei Gussplatten gegeben. Gusseisen hat eine Dichte von ca. 7 g/cm³ (zum Vergleich: die Dichte von Wasser beträgt 1 g/cm³) und ist als guter Wärmeleiter bekannt. Die Dichte von im Ofenbau verwendetem Vermiculit beträgt dagegen ca. 0,7 g/cm³. Außerdem ist es als Dämmmaterial ein extrem schlechter Wärmeleiter. Seine Fähigkeit zur Wärmespeicherung ist deshalb marginal und kann vernachlässigt werden. Dennoch wurde schon behauptet, Vermiculitplatten in Kaminkassetten könnten für mehrere Stunden Wärme speichern. Diese Aussage ist für den Autor genauso wenig nachvollziehbar, wie ihm ein Material bekannt ist, das gleichzeitig gut dämmt und gut Wärme leitet. Spannend wäre es, wenn einmal ein Kunde die zugesicherte Eigenschaft der Wärmespeicherung einklagen würde… Wer bedenkt, dass bei einer Kaminkassette durchschnittlicher Größe entweder ca. 50 kg Gussplatten verbaut werden oder ca. 10 kg Vermiculitplatten, der wird schnell selbst erkennen können, dass eine nennenswerte Wärmespeicherung aufgrund der mangelnden Masse nicht möglich sein kann. Schon gar nicht mit Vermiculit.

Weshalb bieten viele Hersteller keine Gussplatten an ?

Hierüber können wir nur spekulieren. Wir können nicht ausschließen, dass die gestiegenen Preise und die schlechtere Verfügbarkeit eine Rolle spielen könnten. Wir haben beobachtet, dass in den letzten Jahren in der Gießerei-Branche eine Marktbereinigung stattgefunden hat, der etliche kleine Gießereien zum Opfer fielen. Während große Gießereien Ihr Geld mit oft tonnenschweren Präzisionsgussteilen für z.B. den Maschinenbau verdienen, waren es gerade kleine Firmen, die auch noch an Kleinaufträgen eines z.B. Kaminkassettenherstellers interessiert waren. Mittlerweile ist es zu einer Herausforderung geworden, Gussplatten zu akzeptablen Preisen und Lieferzeiten zu bekommen. Dass man als Hersteller derartigen Problemen aus dem Weg gehen wollte, wäre aus unserer Sicht mehr als verständlich. Es ist aber genauso gut möglich, dass ganz andere, uns unbekannte Gründe dafür verantwortlich sind, dass Gussplatten nicht angeboten werden.